Wenn die Show auf der Bühne läuft – und am Grillstand auch.
Ein Moderator hat immer zwei Arten von Publikum:
Die, die gekommen sind, um zuzuhören.
Und die, die eigentlich nur eine Bratwurst wollten.
Man erkennt Letztere sofort: Sie stehen am Rand, Papiersemmel in der einen Hand, Senffleck im Gesicht und werfen mir diesen Blick zu, der sagt: „Mach du mal da vorne dein Programm, ich passe hier auf meinen Ketchup auf.“
Und trotzdem – oder gerade deswegen – ist es meine Aufgabe, alle zu erreichen. Die, die jubeln. Die, die zuhören. Und die, die noch mit dem Mund voller Bratwurst nicken.
Ich habe gelernt: Humor ist der Schlüssel. Ein lockerer Spruch, eine kleine Pointe – und schon bleibt auch der Bratwurstesser kurz stehen, hört hin und denkt sich: „Na gut, den Satz lasse ich mir noch schmecken.“
Einmal bei einem Stadtfest stand die Bühne direkt neben dem Grillstand. Das hieß: Während ich die nächste Band ankündigen wollte, schwebte eine Wolke Bratwurstduft über die Bühne. Ich atmete tief ein und sagte:
„Meine Damen und Herren, gleich erleben Sie musikalische Feinkost vom Feinsten – und falls Sie es riechen können: kulinarische Feinkost vom Grill gleich daneben.“
Applaus und Gelächter. Und plötzlich hörten auch die Grillgäste zu.
Das ist vielleicht das Schönste am Moderieren: Die Verbindung. Manchmal entsteht sie durch große Worte, manchmal durch kleine. Und manchmal schlicht durch den Hinweis, dass es nach der Musik noch Bratwurst gibt.
Denn am Ende wollen wir doch alle nur eins: einen guten Abend haben.
Der eine mit Musik. Der andere mit Bratwurst.
Und wenn’s gut läuft – mit beidem.
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