Vom Steckerzieher zum Schallplattenunterhalter mit Konzeptpflicht. Bevor ich als Heinz-Hugo über Stadtfeste, Sportevents und internationale Empfänge moderieren durfte, stand ich in dunklen Ecken von Diskotheken – nicht aus Schüchternheit, sondern weil da der Technikraum war. Ich war Techniker. Einer von denen, die wussten, wo hinten das Kabel reingeht und vorne die Musik rauskommt. Ich durfte mich um Verstärker, Lichtanlagen und Tanzflächenbeschallung kümmern. Im Klartext: Wenn etwas nicht funktionierte, war ich schuld. Wenn alles lief – war es selbstverständlich. Doch irgendwann war mir das hinter dem Pult stehen nicht mehr genug. Die Musik wollte raus – und zwar mit meiner Stimme. Ich wollte selbst auflegen. Selbst ans Mikro. Ich wollte: Schallplattenunterhalter werden. So nannte man das in der DDR – was heute vielleicht ein bisschen nach Heizlüfter mit Plattenspieler klingt, war damals ein echter Beruf mit Anspruch. Und vor allem: mit Prüfung. Wer dachte, man könne einfach zwei Plat...
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