Von Gummienten bis Nationalmannschaft – ein Moderator zwischen allen Welten.
Es gibt Moderationen, die sind eher bodenständig: Stadtfeste, Weihnachtsmärkte, Vereinsjubiläen. Und dann gibt es die Momente, in denen man selbst nicht so recht weiß, wie man da eigentlich hingekommen ist – wenn plötzlich die kroatische Fußballnationalmannschaft vor einem steht und man das Mikro in der Hand hält.
Doch fangen wir klein an.
Beim Entenrennen.
Wer es nicht kennt: Hunderte kleine gelbe Plastikenten schwimmen eine Strecke auf dem Wasser. Jede trägt eine Nummer, jede steht für einen Teilnehmer. Und meine Aufgabe war es, diese schwimmende Völkerwanderung so spannend zu machen wie ein WM-Finale.
Also stand ich am Ufer, Mikro in der Hand, und rief:
„Und vorne – ja, das könnte Ente Nummer 134 sein, dicht gefolgt von 278… nein, sie wird abgedrängt… meine Damen und Herren, wir erleben hier Wassersport der Extraklasse!“
Die Kinder schrien, die Eltern lachten – und die Enten? Die schwammen unbeeindruckt weiter.
Man könnte meinen, so etwas lässt sich schwer toppen.
Doch dann kam der Tag, an dem ich die kroatische Nationalmannschaft beim Empfang in Neuruppin moderieren durfte. Plötzlich stand ich nicht mehr zwischen Ententeich und Kinderchor, sondern vor gestandenen Profifußballern, die gerade eine EM vor sich hatten. Ein kleiner Unterschied im Spannungsniveau, möchte man sagen.
Ich begrüßte sie mit Worten, die irgendwo zwischen sportlich motiviert und charmant nervös lagen – und ich schwöre, ein Spieler grinste, als hätte er noch nie jemanden „Neuruppin“ so leidenschaftlich aussprechen hören.
Ähnlich erging es mir bei der Begrüßung der Delegation aus Samoa zu den Special Olympics World Games 2024 in Berlin. Ein exotischer Moment – nicht nur wegen der Gäste, sondern auch, weil ich spontan googeln musste, wie man „Talofa“ (Hallo auf Samoanisch) richtig ausspricht. Ich habe es geschafft – und bekam dafür ein herzliches Lächeln zurück.
Und dazwischen? Immer wieder die Mischung: mal internationale Würdenträger, mal 500 Plastikenten.
Und ich sage es ganz ehrlich: Beide Male schlägt das Herz genauso hoch.
Denn egal ob Bürgermeister, Fußballprofi, samoanischer Gast – oder Ente Nummer 134 – am Ende zählt nur, dass man ihnen mit Humor, Respekt und Herz begegnet.
Und genau das ist mein Job.
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