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Kapitel 7 – Zwischen Applaus und Bratwurstduft

Wenn die Show auf der Bühne läuft – und am Grillstand auch. Ein Moderator hat immer zwei Arten von Publikum: Die, die gekommen sind, um zuzuhören. Und die, die eigentlich nur eine Bratwurst wollten. Man erkennt Letztere sofort: Sie stehen am Rand, Papiersemmel in der einen Hand, Senffleck im Gesicht und werfen mir diesen Blick zu, der sagt: „Mach du mal da vorne dein Programm, ich passe hier auf meinen Ketchup auf.“ Und trotzdem – oder gerade deswegen – ist es meine Aufgabe, alle zu erreichen. Die, die jubeln. Die, die zuhören. Und die, die noch mit dem Mund voller Bratwurst nicken. Ich habe gelernt: Humor ist der Schlüssel. Ein lockerer Spruch, eine kleine Pointe – und schon bleibt auch der Bratwurstesser kurz stehen, hört hin und denkt sich: „Na gut, den Satz lasse ich mir noch schmecken.“ Einmal bei einem Stadtfest stand die Bühne direkt neben dem Grillstand. Das hieß: Während ich die nächste Band ankündigen wollte, schwebte eine Wolke Bratwurstduft über die Bühne. Ich atmete tief e...

Kapitel 6 – Der Typ mit dem Anzug und der Stimme

Moderieren ist Haltungssache. Manchmal auch Strumpfsache. Es gibt Dinge, auf die man sich vorbereitet. Und dann gibt es Dinge, auf die man sich einstimmt. Für manche ist das ein Schluck Wasser. Für mich war es an diesem Tag: eine kurze Hose. Und orthopädische Strümpfe. In Weiß. Knackig stramm. Warum? Weil ich an diesem Abend Guildo Horn und die orthopädischen Strümpfe anmoderieren durfte – und wenn man eine Band mit so einem Namen auf die Bühne bittet, geht man nicht im Smoking. Man geht mit Stil. Und mit Humor. Also eben: kurzer Hose und Langstrumpf. Ich sah aus wie eine Mischung aus Wandergruppenleiter und Klinikpraktikant. Aber ich fühlte mich bereit. Bereit für einen denkwürdigen Auftritt. Ich trat ans Mikrofon, schaute ins Publikum – und begann mit den legendären Worten: „Wisst ihr, wozu orthopädische Strümpfe gut sind?“ Kurze Pause. „Für genau das, was jetzt kommt!“ Gelächter. Und schon hatte ich sie: das Publikum. Ich sprach über Kompression, Mode und Musik – in genau der Reihen...

Kapitel 5 – Samoaner, Schnee & Sonderfälle

Wenn Moderation zur Extremsportart wird. Moderieren ist nicht immer Sonnenschein, Applaus und Mikrofon in Wohlfühllautstärke. Manchmal ist es eher eine Mischung aus Campingurlaub im Regen und Improvisationstheater auf offener Bühne. Ich erinnere mich an Moderationen bei minus fünf Grad, irgendwo zwischen Glühweinduft und Eiszapfen an der Nase. Während das Publikum sich in Decken kuschelte und den heißen Kakao festhielt, stand ich im Anzug auf der Bühne und tat so, als würde mich die Kälte nicht beeindrucken. Kleiner Tipp: Ein Mikrofon aus Metall fühlt sich bei -5 Grad ungefähr so an wie ein Griff ins Gefrierfach – nur länger. Dann gab es die Regenauftritte. Wenn die Wolken aufmachen, die Bühne unter Wasser steht und man im Programmheft eigentlich „lockere Moderation“ versprochen hat. Ich habe gelernt: Mit Humor kann man alles überspielen. Einmal rutschte ich fast vom nassen Bühnenboden und rettete mich mit den Worten: „Meine Damen und Herren, das war der schnellste Paso Doble meines Le...

Kapitel 4 – Entenrennen und Ehrengäste

Von Gummienten bis Nationalmannschaft – ein Moderator zwischen allen Welten. Es gibt Moderationen, die sind eher bodenständig: Stadtfeste, Weihnachtsmärkte, Vereinsjubiläen. Und dann gibt es die Momente, in denen man selbst nicht so recht weiß, wie man da eigentlich hingekommen ist – wenn plötzlich die kroatische Fußballnationalmannschaft vor einem steht und man das Mikro in der Hand hält. Doch fangen wir klein an. Beim Entenrennen. Wer es nicht kennt: Hunderte kleine gelbe Plastikenten schwimmen eine Strecke auf dem Wasser. Jede trägt eine Nummer, jede steht für einen Teilnehmer. Und meine Aufgabe war es, diese schwimmende Völkerwanderung so spannend zu machen wie ein WM-Finale. Also stand ich am Ufer, Mikro in der Hand, und rief: „Und vorne – ja, das könnte Ente Nummer 134 sein, dicht gefolgt von 278… nein, sie wird abgedrängt… meine Damen und Herren, wir erleben hier Wassersport der Extraklasse!“ Die Kinder schrien, die Eltern lachten – und die Enten? Die schwammen unbeeindruckt wei...

Kapitel 3 – Der Tanz mit dem Kabelgebundenem

Warum das Mikrofon manchmal der eigentliche Star ist. Es gibt Dinge, auf die man sich als Moderator immer verlassen möchte: Das Mikrofon. Die Technik. Und dass der Tonmann im entscheidenden Moment nicht auf der Toilette ist. Leider gab es in meiner Laufbahn genug Abende, an denen mindestens einer dieser drei Punkte nicht erfüllt war. Einer meiner Favoriten: Ich stand auf einer Open-Air-Bühne, Sonnenschein, guter Soundcheck, volles Haus – alles lief perfekt. Ich griff zum Mikrofon, begann meine Begrüßung… und plötzlich klang meine Stimme, als würde ich aus der Tiefsee funken. Knacken, Aussetzer, dann wieder glasklar. Es war, als hätte das Mikro entschieden, mein persönliches Improvisationstraining auf ein neues Level zu heben. Ich hielt kurz inne, schaute das Publikum an und sagte: „Keine Sorge, meine Damen und Herren – das ist keine Störung. Das ist Dolby Surround live.“ Gelächter. Doch das Mikro hatte noch mehr Tricks auf Lager. Kaum setzte ich zum nächsten Satz an, ertönte ein lautes...

Kapitel 2 – 1986: Der Einstieg ins Rampenlicht

Wie man mit „Fisch, Neubau und Morgenroutine“ Musikgeschichte anmoderiert. Moderation ist nicht nur reden – es ist reden im richtigen Moment, mit den richtigen Worten und so, dass niemand merkt, wenn es eigentlich gar nicht geplant war. Und um das zu üben, hatte ich ein ganz spezielles Training: Während ein Titel lief, rief mir ein Kollege drei völlig zusammenhangslose Worte zu – und meine Aufgabe war, diese in meiner nächsten Moderation unterzubringen, ohne dass es auffiel. So kam es, dass ich irgendwann auf einer Bühne stand, und mein Kollege mir ins Ohr flüsterte: „Fisch, Neubau, Morgenroutine.“ Danke auch. Die Gelegenheit, mein „Talent“ zu beweisen, kam schneller als gedacht: Ich war im Interhotel Stadt Leipzig gebucht – ein Haus, das damals schon ein bisschen nach Westduft roch und in dem alles einen Hauch feierlicher wirkte. Dort sollte ich die Anmoderation für eine junge Kapelle übernehmen, die noch am Anfang stand: die Herzbuben. Drei nette Jungs, frisch, motiviert, leicht nerv...

30. Weinfest Neuruppin 2025

Ein riesiges Dankeschön zum 30. Weinfest in Neuruppin! 🍷🎉 Wow – was für ein Wochenende! Ich bin immer noch ganz begeistert von der tollen Stimmung, den netten Begegnungen und der wunderbaren Überraschung in Form des Kuchens – ihr habt mir wirklich den Tag versüßt! Ein besonderer Dank geht an unseren Bürgermeister Nico Ruhle für die lieben Worte und an unsere charmante Weinmajestät Laura Ludwig aus dem Weinland Nahe. Ebenso ein großes Dankeschön an: 🍇 Weingut Gebrüder Bauer 🍇 Weingut Paul Anheuser 🍇 Weingut Becker, vertreten durch die Pension Bacchus, das Weinhaus am Neuen Markt, Theo’s Steakhouse, die Flammkuchenbäckerei Ehmke und den Lions Club „Effi Briest“ für die leckeren Brezeln. Ein herzliches Dankeschön auch an die fleißigen Jungs und Mädels vom Oberstufenzentrum Neuruppin, an die Security, und natürlich an alle großartigen Live-Acts: 🎤 Jeannine Hartmann 🎤 Random Play 🎤 Nick David 🎤 Die Landstricher 🎤 Dominic Merten 🎤 GIN – es war mir eine Freude, mit euch gemeinsam a...