Wenn der Zettel weg ist – aber der Moderator bleibt. Moderieren ist wie Autofahren: Man hat einen Plan, eine Strecke, vielleicht sogar ein Navi – aber manchmal fährt man eben Umwege. Und manchmal landet man auf einer Schotterstraße ohne Schild. Dann zählt nur eins: Improvisation. Ich habe früh gelernt: Ein Moderator ohne Spontanität ist wie ein DJ ohne Strom – technisch möglich, aber nicht zu empfehlen. Da gibt es zum Beispiel die Momente, in denen der Moderationszettel vom Wind davonfliegt. Ich erinnere mich an einen Stadtfest-Abend, an dem genau das passierte. Ein kräftiger Windstoß, und mein sorgfältig ausgearbeiteter Zettel segelte ins Publikum. Ein kleiner Junge fing ihn tatsächlich und winkte mir zu, als hätte er einen Foulball beim Baseball gefangen. Ich schaute ihn an und sagte: „Na dann, mein Lieber, lies doch gleich selbst an!“ Das Publikum lachte – und ich hatte meinen roten Faden wieder, nur eben ohne Papier. Oder wenn die Technik streikt: Musik startet nicht, Mikrofon raus...